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Warum Neuseeland?

Wann hinfahren?

Wie komme ich hin?

Wie teuer ist das?

Das Rad verpacken?

Wo übernachten?

Welche Reiseführer?

Welches Fahrrad?

Welche Strecken des Landes lohnen sich besonders?

Welche Strecken möglichst meiden?

Warum Neuseeland?

Ich wollte während des Studiums mal eine richtige Reise machen, möglichst weit weg und mit dem Fahrrad. Bisher hatte ich einige kürzere Touren in Skandinavien gemacht. Da kam der Gedanke schnell auf die gegenüberliegende Seite der Erde. Man hat einen "Extra Sommer", das Land ist überschaubar und hat eine sehr abwechlungsreiche Landschaft, dem Verkehr kann man gut ausweichen und die Kiwis sind sehr gastfreundlich. Außerdem gibt es alle Arten von Unterkünften in großer Zahl. Was will man als Radfahrer mehr?
Allerdings darf man außerhalb der Nationalparks keine unberührte Natur erwarten. Das meiste Land ist umzäunt, vor allem die Nordinsel ist eine große hügelige Schafweide und Holzplantage mit einigen Vulkanen in der Mitte. Doch auch die Kulturlandschaft ist reizvoll und abwechslungsreich.
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Wann hinfahren?

Das die Jahreszeiten entgegengesetzt zu den unsrigen ist, hat sich wohl mittlerweile bei den meisten herumgesprochen. Ich war zwei mal im Februar und März dort. Zu dieser Zeit sind die neuseeländischen Schulferien schon vorbei. Das Wetter scheint auch stabiler (hatte immer Sonne am Milford Sound) zu sein. Aber mit Regen muss man immer rechnen. Die letzte Tour fand dann zur Abwechslung im Frühsommer statt (Dezember). Hier war das Wetter deutlich unbeständiger und kühler. Dafür ist alles grüner und auf den Bergen liegt mehr Schnee.
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Wie komme ich hin?

Logisch, mit dem Flugzeug. Das einzige Problem kann der Fahrradtransport sein. Hier muss man sich bei den Fluggesellschaften erkundigen. Auf der Route über Amerika ist die Freigepäckmenge 2x32kg, das sollte reichen. Ich bin zweimal mit Korean Air die Ostroute geflogen, die haben meinen 25kg schweren Ortlieb-Sack und das Fahrrad ohne Aufpreis mitgenommen. Ich denke, wenn man als Einzelreisender nett und freundlich auftritt und rechtzeitig erscheint, sollte es keine Probleme geben. Auf jeden Fall das Rad bei der Buchung anmelden. Der Flug mit Air New Zealand über L.A. war besser als die Koreaner. Mehr Beinfreiheit, nur kurzer Aufenthalt in L.A. und besseres Essen. Und durch den Zubringer von Hamburg einfachere Anreise für mich aus Rostock.
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Wie teuer ist das?

Zugegeben, eine Radreise nach Neuseeland ist nicht ganz billig. Am teuersten ist natürlich der Flug. Etwa 1000 -1200 Euro muss man einplanen, eher etwas mehr. Der zweite planbare Kostenfaktor sind die Übernachtungen. Campingplätze (Motor Camps, Holiday Parks oder in einigen Backpackern) kosten ca. NZ$ 10-12 pro Nacht und Person. Essen möchte man auch etwas, das ist etwas billiger als in Deutschland (vor allem Fleisch und das leckere Eis!). Was man hier ausgibt, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Für die von mir benutzten Shuttles und Busse habe etwa NZ$ 20-30 bezahlt, die Zugfahrt von Greymouth nach Springfield kostete NZ$64, die Interislander NZ$51. Ich war insgesamt eher sparsam und habe im Schnitt etwas mehr als NZ$30 pro Tag ausgegeben.

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Das Rad verpacken?

Hier gibt es sicher eine Menge unterschiedlicher Meinungen. Ich habe mein Rad auf drei Flügen nicht verpackt, nur den Lenker verdreht, die Pedale nach innen geschraubt und etwas! Luft aus den Reifen gelassen. Mein Rad hatte lediglich einige kleine Schrammen. Der Gedanke ist, das die Transporteure es als Fahrrad erkennen. Ich kenne aber auch Geschichten von stark zerstörten Rädern, deshalb habe ich es auf dem Hinflug zur zweiten Reise in einen Karton verpackt. Da kann man natürlich eine Menge anderer Dinge zusätzlich reintun. Allerdings habe ich unterwegs einen Radfahrer getroffen, dessen Gabel trotz Karton verbogen war. Denn Kartons kann man gut stapeln und viele Koffer oben drauf legen. Deshalb flog mein Rad wieder "ohne" zurück. Das dritte Mal musste ich verpacken, da von Air New Zealand gefordert. Hat alles ohne Probleme geklappt.
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Wo übernachten?

Ich bevorzuge ein Zelt, da weiss ich, was ich habe. So kann ich meinen Schlafort ziemlich spontan bestimmen, denn Zeltmöglichkeiten gibt es immer. Aus Mangel an Alternativen ist auf einigen abgelegenen Strecken ein Zelt ohnehin notwendig (Mavora Lakes auf der Südinsel, Highway 38 auf der Nordinsel). Die Möglichkeiten zum wild zelten sind jedoch durch die vielen umzäunten Weiden eingeschränkt. Es gibt eine Menge sehr schön und sehr gut ausgestatteter Motor Camps. Dazu noch mehr halbwilde Plätze, die das DoC verwaltet, oft nur eine Wiese mit fließend Wasser. Im BBH-Verzeichnis findet man viele Backpacker, die auch Zeltmöglichkeiten anbieten. Diese habe ich vor allem auf der Nordinsel genutzt. So lernt man viele neue Leute kennen, hat eine gute Atmosphäre, muss jedoch nicht im Mehrbettzimmer übernachten. In den großen Städten (Wellington, Auckland) sollte man auch mit Zelt im Backpacker vorbuchen.
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Welche Reiseführer?
  • Neuseeland per Rad, Zeyher/Clougher, Kettler-Verlag: Erschienen 1996, damit etwas alt , 98 Etappenvorschläge, knappe Streckenbeschreibungen und keine Höhenprofile, nur wenige Hinweise auf Alternativstrecken

  • Das Neuseeland Bikebuch, Reinhard Pantke, Reise Know How: mittlerweile in der zweiten Auflage 2001 erschienen, Streckenbeschreibungen häufig "bei Gegenwind anstrengend" (das weiß ich auch so!) und fehlerhaft/irreführend. Beispiel: Curio Bay nach Invercargill, der Autor schwärmt, das er in der Gegenrichtung bei Westwind im Rücken gerast ist, lässt die Leser jedoch umgekehrt fahren (nach Westen). Wir haben ihn verflucht! Auch andere Radler haben sein Buch unterwegs entsorgt. Das Buch enthält auch Wandervorschläge. Zur Vorbereitung zu Hause gut, unterwegs nicht geeignet.

Beide Führer schaffen den Spagat nicht, Radführer und Reiseführer in einem zu sein. Sinnvoller ist meiner Meinung nach, einen normalen Reiseführer sowie eine gute Karte zu benutzen:

  • Neuseeland, Wheeler, Keller, Lonely Planet bzw. 1999 Loose-Verlag: Enthält eine Fülle an Informationen zu allem, so dass individuelles Reisen auch an abgelegene Orte möglich ist. Achtung: der aktuelle Loose-Führer basiert nicht mehr auf dem Lonely Planet!
  • Pedallers Paradise, Nigel Rushton, DAB Hand Publishing: Zwei kleine (Kult-)Heftchen, die nahezu jede fahrbare Straße des Landes beschreiben, mit Höhenprofilen, kurz, prägnant und mit eigenwilligem Humor. Ideale Ergänzung zum Lonely Planet. Im Land zu je $12 erhältlich.
  • Karten: Wer ADAC-Mitglied ist, sollte sich die dann kostenlosen District Maps beim AA holen. 1:350000, gutes Bild, incl. Straßennamen. Von Land Information NZ gibt es Topographische Karten mit Höhenlinien und guter Straßendifferenzierung, für das ganze Land bei einem Preis von ca. $12 pro Stück ziemlich teuer. Für Mountainbiketouren in abgelegene Gebiete zu empfehlen.
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Welches Fahrrad?

Auch hier gibt es viel Diskussionsstoff im Detail, ich will hier nur meine Räder beschreiben:
Rahmen: Giant
Laufräder: 28-Zoll Alesa-Endeavour Felgen mit Shimano-XT Naben und Schalbe Marathon XR Mänteln (37mm)
Schaltung: Shimano XT 3/8-fach (vorn 22/34/44 und hinten 11-28 Zähne)
Pedale: Shimano LX mit Haken
Bremsen: Shimano XT V-Brakes
Gepäckträger: hinten Blackburn, vorn Tubus Tara Lowrider
Taschen: Ortlieb Back- und Frontroller, Lenkertasche sowie Packsack (Zelt)
Mit dieser Kombination bin ich zwei Touren gefahren und hatte einen einzigen platten Reifen, sonst keine Pannen!




Die dritte Tour machte ich mit einem Mountainbike, da viele Schotterpisten geplant waren:
Rahmen: Radon mit RockShox Judy SL Federgabel
Laufräder: 26-Zoll Xtreme-Felgen mit Shimano-XT-Naben, Mäntel Marathon XR 2,25 Zoll
Schaltung: Shimano XT 3/9-fach (26/36/46 und 11-34)
Bremsen: Shimano XT Scheibenbremsen
Gepäckträger: Tubus Swing und Tubus Logo
Pannen hatte ich keine. Die Federgabel erwies sich als sehr nützlich, die Bremsen überzeugten durch gutes Nassbremsverhalten.
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Welche Strecken des Landes lohnen sich besonders?

Das ist sicher Geschmackssache, mir haben vor allem gefallen:
Südinsel:

  • Lake Tekapo zum Mt. Cook: türkisblaue Gletscherseen in karger Landschaft, im Hintergrund die Alpen
  • die Catlins (Kaka Point bis Curio Bay): ursprüngliche Buschlandschaft und einsame Buchten
  • die Milford Road: durch enge werdende Täler, am Ende steil hinab zum Milford Sound, Vorsicht im Homer-Tunnel
  • Te Anau - Queenstown über die Mavora Lakes: einsame Piste durch Highcountry-Farmen
  • die gesamte Westküste: Regenwald, Regen, Gletscher, grandiose Küstenabschnitte
  • Arthurs Pass: im Osten karge Hochebenen, dann alpine Umgebung, steile Abfahrt zum Regenwald der Westküste
  • Queen Charlotte Drive (Havelock - Picton): entlang der Marlborough Sounds, kleine Orte an schönen Buchten
  • Rainbow Road: eine einsame Piste entlang einer Hochspannungsleitung von St Arnaud nach Hanmer
  • Danseys Pass: abgelegene nicht asphaltierte Querverbindung mit sehr schönem Campingplatz, einfacher von Naseby aus

Nordinsel:

  • Whanganui River Road: historisches Gebiet, schmale Straße entlang des Whanganui River, einige Maori Dörfer, ursprünglicher Wald, sehr einsam
  • Wandern im Tongariro National Park: mal ohne Fahrrad, trotz der Touristenmassen sehr schön, so muß es auf dem Mond aussehen
  • der Highway 38 durch den Te Urewara National Park: durch dichten Urwald schlängelt sich die Straße zum schönen Lake Waikaremoana, sehr einsam!
  • Highway 35 (Eastland-Runde): abgelegenes Maori Land, schöne Küstenstraße an der Bay of Plenty
  • 309 Road auf Coromandel: eine kurze Strecke durch dichten Busch, einige Kauris, erspart den nervenden Verkehr auf dem Highway 25 und ist niedriger
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Welche Strecken möglichst meiden?

Südinsel:

  • Highway 1 rund um Christchurch: viel Verkehr, kilometerlange Geraden, langweilig
  • Highway 60 von Nelson nach Motueka: viel Verkehr, besser über Upper Moutere fahren (siehe hier)
  • Highway 6 von Nelson nach Havelock: mäßiger Verkehr, riesige Holzplantagen und Kahlschlaggebiete, Holztrucks!

Nordinsel:

  • Highway 1 nördlich von Wellington: teilweise Autobahn mit sehr viel Verkehr, eng
  • Highway 5 von Taupo nach Rotorua: viel Verkehr mit Holztrucks, riesige Holzplantagen
  • Highway 2 von Whakatane bis Waihi: vor allem um Tauranga extrem viel Verkehr, teilweise eng und hügelig, die Trucks kommen lebensgefährlich nah
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