Dunedin - Te Anau

17. Februar, 17km

Heute soll also unsere Tour auf die Otago Peninsula sein. Vorher haben wir noch Zeit, mit Sebs Rad zur Werkstatt zu fahren, um das Hinterrad fachmännisch reparieren zu lassen. Wir haben noch Zeit, um uns die steilste Straße der Welt (laut Guinness Buch) zu erklimmen, aber schiebend. Sogar der Bürgersteig ist eine Treppe. Wir trauen uns nicht einmal runterzufahren. Dann geht es mit dem Bus auf die hügelige Halbinsel. Es sind fast nur Senioren und natürlich Japaner dabei. Es ist sehr heiß und fast windstill. Die Hoffnungen, einen Albatross fliegen zu sehen, sinken. Wir haben uns ja für eine Bootstour entschieden. So können wir viele Robben und auch einige Pinguine sehen. Die Albatrosse sehen wir nur an Land sitzen. Aber man kann sehen, dass sie ziemlich groß sind. Und dann - einer kommt geflogen! Ganz schön beeindruckend. Leider dauert sein Flug nur einige Minuten, da viel zu wenig Wind weht. Alles in allem hat sich der Ausflug nicht sehr gelohnt. In Dunedin organisieren wir dann noch eine Busfahrt nach Balclutha für morgen.

Baldwin Street die steilste Straße der Welt Royal Albatross fur seal
18. Februar, 29km

Den Vormittag verbringen wir in Dunedin und kaufen noch einige Dinge, denn es wird für die nächste Zeit die letzte größere Stadt sein. Gegen Mittag fahren wir dann mit dem Bus nach Balclutha. Von dort sind es noch 22km bis Kaka Point, dem heutigen Ziel. Von dort wollen wir eigentlich noch einen Abstecher zum Leuchtturm von Nugget Point machen, aber das Wetter wird immer schlechter, so dass wir es lassen. Auf dem Campingplatz treffen wir Moritz wieder, den wir schon in Dunedin kennengelernt haben. Er ist schon das zweite Mal mit dem Fahrrad in Neuseeland und gibt uns einige interessante Tips.

19. Februar, 88km

Die heutige Tour durch die Catlins wird anstrengend werden, denn es sind viele steile Hügel zu bewältigen, dazu ist der Belag meist grober Schotter. Aber heute bin ich in Topform, nichts kann mir wirklich die gute Laune verderben. Wir schauen uns die Purakaunui Falls an, ein nicht sehr überwältigender Wasserfall, der in sehr schönem Urwald liegt. Bei einer der zahlreichen kurzen Abfahrt passiert dann, was irgendwann passieren musste: ich stürze. Auf dem losen Schotter verliere ich die Kontrolle, kann zum Glück noch etwas abbremsen und so verletze ich mich nicht sehr stark, außer ein paar Hautabschürfungen an den Händen. Bei Papatowai kommen wir wieder kurz ans Meer, die weit geschwungenen Buchten sind ein herrlicher Anblick. Nach einer Portion „3-Dollar-Chips“ geht es weiter auf und ab in urwüchsigem Wald. Ein Truck fegt uns beim Überholen fast von der Strasse. Dann kommt endlich wieder Asphalt. Auf den letzten Kilometern schlägt das Wetter plötzlich um. Ein Sturm zieht auf und es regnet. So quälen wir uns zum Zeltplatz, der glücklicherweise gut geschützt ist. Hier treffen wir auch Moritz und Sandfliegen, die uns noch gehörig quälen sollten in den nächsten Wochen.

Purakaunui Falls
durch den Busch
20. Februar, 0km

Der Sturm hat kaum nachgelassen, so dass an ein weiterfahren nicht zu denken ist. Wir haben also Zeit, Photos von der tosenden Brandung zu machen. Bei Ebbe sehen wir uns den „Versteinerten Wald“ an. Der ist aber nicht so spektakulär wie erwartet. Interessanter sind da schon die Hectordelphine, die in der Porpoise Bay bis an den Strand schwimmen. Leider ist es zu kalt und ich bin verschnupft, um baden zu gehen. Wir dachten schon, dass wir hier so lange warten müssen, bis der Sturm nachlässt, als wir den Fahrplan des „Bottom Bus“ lesen, der hier am späten Nachmittag ankommt und bis Riverton weiterfährt. Wir fragen den Busfahrer nach Platz. Der ist zwar knapp, aber irgendwie passen die Räder noch rein. Der Bus entpuppt sich als typischer Backpacker-Bus. Er hält an jeder interessanten Stelle und der Busfahrer spielt den Reiseführer. So kommen wir auch nach Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Viele Mitfahrer steigen in Invercargill aus. Wir sind aber froh, noch bis Riverton zu kommen, den die südlichste Stadt Neuseelands wirkt verlassen. In Riverton steuert der Bus einen Backpacker an. Die meisten Fahrgäste bleiben auch da. Wir wollten eigentlich zum Motor Camp, aber uns wird angeboten, hinter dem Backpacker zu zelten, was wir auch machen. Nach ein paar Speight´s im Pub geht der Tag zu Ende.

Tautuku Bay Sturm in Curio Bay riesige Wellen Hector Delphine Riverton
Te Wae Wae Bay
21. Februar, 62km

Der Wind hat deutlich nachgelassen, so das wir ohne Probleme vorankommen. Es geht durch flaches Farmland in Küstennähe entlang. Kurz nach Orepuki machen wir an der Te Wae Wae Bay eine längere Pause. In der Ferne sieht man die Berge vom Fjordland, in der anderen Richtung liegt Stewart Island. Ich gönne mir ein erfrischendes Bad im Meer, aber es gibt starke Unterströmungen. Die Straße folgt jetzt direkt der weit geschwungenen Bucht. Schließlich dreht sie ins Landesinnere ab und wir erreichen Tuatapere, die „Sausage Capital of the World“, ein ziemlich trostloses Nest. Wir fahren gleich weiter nach Clifden. Dort gibt es an einer alten Hängebrücke einen kleinen Zeltplatz. Im Fluss kann man herrlich baden. Wir treffen noch zwei Schweizer, die schon fast ein Jahr in Neuseeland mit dem Rad unterwegs sind. Abends wird es noch mal laut. Von einigen netten, schon ziemlich angetrunkenen Einheimischen erfahren wir, dass in der Nähe gerade eine Two-Day-Party stattfindet. Aber jede Party hört mal auf.

Richtung Fjordland
22. Februar, 69km

Heute haben wir den Wind wieder von vorn, so dass diese ganze Etappe sehr kräftezehrend wird. Anfangs auch noch demoralisierende kilometerlange Geraden. Danach leicht hügelig. Außer einer Handvoll Farmen gibt es hier nichts. Aber die Landschaft entschädigt für die Strapazen, links werden die Berge immer höher. Eigentlich wollten wir bis Te Anau fahren, aber der Wind überzeugt uns, in Manapouri zu bleiben, und zwar auf einem sehr eigenwillig gestaltetem Motor Camp.

Clifden
bei Blackmount
Lake Te Anau
23. Februar, 21km

Bis zu unserem heutigen Ziel, Te Anau, sind es nur 21km, die wir schnell zurücklegen. In Te Anau, wunderschön am gleichnamigen See gelegen, hat uns die touristische Welt wieder. Alle Menschen wollen nach Milford – und wir also auch. Leider sind die Kajaktouren schon für die nächsten Tage ausgebucht, so dass wir uns für den Barbeque Bus mit anschließender Bootsfahrt entscheiden, einen von unzähligen Buslinien. Ausschlaggebend war das Barbeque unterwegs. Zum Tagesausflug schlendern wir die Hauptstraße rauf und runter.

Christchurch-Dunedin Home Tour 1999 Te Anau - Haast