Te Anau - Haast

24. Februar, 0km

Morgens geht es mit dem Bus los in Richtung Milford Sound. Außer uns fahren noch mindestens fünfzehn weitere Busse die Touristenmasse zum Fjord. Wir bewundern die Mirror Lakes mit den Spiegelungen der Berge.Die Landschaft wird immer spektakulärer. Kurz vor dem Homer-Tunnel kommt das versprochene Barbeque. Eine sehr leckere Sache. Durch den Tunnel geht es dann steil abwärts. Zum Glück regnet es nicht. In Milford geht es zu wie auf einem Flughafenterminal. So werden wir gleich auf ein Boot geschleust und schon legt es ab. Der Milford Sound ist von steilen Felswänden eingerahmt, da kommt man sich ziemlich klein vor. Getrübt wird das Erlebnis durch die Massenabfertigung, die auch nach der Bootsfahrt weitergeht. So haben wir keine Zeit für einen Landgang. Am Abend erreichen wir wieder Te Anau.

Mirror Lakes
kurz vor dem Homer Tunnel
Mitre Peak Milford Sound fur seals Stirling Falls Milford Sound
Mt. Nicholas Road
25. Februar, 68km

Endlich wieder auf dem Fahrrad. Es geht zügig mit Rückenwind voran, wir jagen förmlich den Highway entlang. Kurz hinter The Key zweigt dann die Straße zu den Mavora Lakes ab. Hier sollte eigentlich ein Tearoom sein, aber den gibt es nicht mehr. Zum Glück haben wir genug Wasser mit, denn jetzt geht es in die Einsamkeit. Auf der anfangs grobschottrigen Straße kommen wir nur schwer voran. Aber es wird besser. Es geht durch eine wunderschöne Landschaft, die wir für uns alleine haben. An den Mavora Lakes angekommen, suchen wir uns ein schönes Plätzchen zum zelten. 

neugierige Kühe
Swing Bridge an den Mavora Lakes Richtung Walter Peak sheep boy Rast am alten Steinhaus Bachdurchquerung
26. Februar, 57km

Das heutige Etappenziel ist die Walter Peak Station, eine Farm, von wo die „TSS Earnslaw“ nach Queenstown fährt. Das Gebiet zwischen den Mavora Lakes und Lake Wakatipu ist zwischen zwei Farmen aufgeteilt. Wir fahren direkt durch die Weideflächen, immer wieder müssen wir auf Schafe und Kühe achten. Menschen sehen wir fast gar keine, nur eine geführte Radwandertruppe. Unterwegs begegnet uns noch ein Cowboy auf seinem Pferd mit einer Schafherde und Hunden, wie im Film. Da wir noch viel Zeit bis zur Abfahrt haben, machen wir viele Pausen. Wir müssen sogar einen Bach durchqueren. An der Walter Peak Station angekommen, sind wir geschockt von den Touristenmassen, die sich hier das typische Farmleben ansehen. Schließlich fahren wir mit dem alten Dampfer über den See. In Queenstown bummeln wir noch ein bisschen durch die Stadt, die zu unserer Freude einen McDonalds hat. Hier regiert der Funsport. Entsprechend voll ist alles. Aber es gibt einen urigen Pub.

Lake Wakatipu
27. Februar, 0km

Heute ist Ruhetag. Wir machen eine Wanderung auf den Berg direkt hinter der Stadt. Von dort oben hat man eine wunderbare Aussicht. Leider ist das Wetter schlecht. Oben gibt es eine Art Bobrodelbahn, "The Luge", wo ich begeistert einige Abfahrten mache. Abends stürzen wir uns wieder in den Trubel der Stadt.

Coronet Peak
Queenstown
28. Februar, 0km

Wir machen eine Busfahrt nach Arrowtown, einer alten Goldgräberstadt mit historischem Stadtkern. Es ist jedoch wiederum sehr touristisch mit viel Ramsch und Kitsch. Interessant ist das Chinesenviertel, eine Ansammlung winzigster Hütten. Sonst ist es nicht sehr aufregend. Zurück in Queenstown buchen wir eine Busfahrt für morgen nach Wanaka, da wir aufgrund des starken Windes und Sebs Knieproblemen nicht über die Crown Range fahren wollen.

Chinese Settlement, Arrowtown
01. März, 66km

Früh holt uns der Bus vom Campingplatz ab. Dann geht die Fahrt durch die Kawarau Gorge, vorbei an der Bungee Bridge nach Wanaka. Das Wetter hat sich deutlich gebessert, so dass wir beschließen, unsere Räder zu bepacken und in Richtung Hawea zu fahren. Wir decken uns noch mit Geld ein, denn auf den nächsten 400 Kilometern gibt es keine Bank und keine Stadt. Da es bis Hawea gut gelaufen ist, fahren wir weiter nach Makaroa. Leider kommt prompt Gegenwind auf. Die wunderschönen Ausblicke auf Lake Hawea und später Lake Wanaka entschädigen für die Strapazen. Bei einer Rast lernen wir Justina und Dennis kennen, ein älteres Ehepaar aus Nelson. Sie laden uns ein, sie in Nelson zu besuchen. Das letzte Stück bis Makaroa wird zur Tortour, der Wind hat stark zugenommen. Auf dem Zeltplatz treffen wir viele andere Radfahrer, die auch die Westküste entlang fahren wollen. So kommen wir noch zu angenehmen Gesprächen und können Erfahrungen austauschen.

Lake Hawea
Makaroa Valley
Anfahrt zum Haast Pass
02.März, 79km

Während einige Radler schon früh morgens losfahren, lassen wir uns mit dem Aufbruch Zeit. Ziel ist heute Haast an der Westküste, dazwischen liegt der Haast Pass. Zu Beginn ist die Strecke aber noch eben. Nur die letzten Kilometer sind steil. Oben auf dem Pass treffen wir einen Teil der anderen Radfahrer wieder. Und die Westküste empfängt uns mit leichtem Regen. Dann kommt die brausende Abfahrt. Zwischendurch sehen wir viele Wasserfälle. Der Himmel zieht sich immer mehr zu und wird dunkler, so dass wir uns beeilen. Zum Glück bleibt der Regen aus. Der muss hier öfter fallen, denn auf der Fahrt entlang des Haast River plätschert es ständig und der Wald droht, die Straße zuzuwuchern. Schließlich erreichen wir Haast, ein einsames Kaff. Auch die anderen Radfahrer sind da. Überhaupt sieht man in dieser Gegend mehr Fahrräder als Autos auf der Straße.

Abfahrt durch den Regenwald
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