Westport-Kaikoura

10. März, 23km

Wieder Regen. Wir versuchen, noch einen Bus zu bekommen, und nach einigem hin und her klappt es auch. So fahren wir heute nach Nelson. Dabei geht es durch die enge Buller Gorge und über den Hope Saddle. Wir sind froh, nicht mit dem Rad bei dem Wetter hier lang fahren zu müssen. In der Sun Capital Nelson herrscht eine entspannte Atmosphäre, es gibt unzählige Cafés und viele Arts and Craft Shops. Und einen McDonalds – endlich wieder Fast Food.

11. März, 0km

Wir bleiben noch einen Tag in Nelson und bummeln den ganzen Tag durch die Stadt.

12. März, 31km

Heute früh erledige ich ein wichtiges Telefonat: Anja hat Geburtstag. Dann packen wir unsere Sachen und fahren in Richtung Abel Tasman National Park. Aber wir lassen es gemütlich angehen und bleiben in Mapua auf dem einzigen FKK-Campingplatz Neuseelands. Viele Nudisten sind jedoch nicht hier. Abends wandern wir noch am Strand entlang.

13. März, 33km

Erneut nur eine kurze Etappe haben wir heute vor uns. Die Straße führt durch ein großes Anbaugebiet für Obst und Wein. Überall kann man frische Äpfel, Aprikosen, Kiwis etc. kaufen. Schließlich verlassen wir die Hauptstraße und fahren auf einer kurvigen Strecke nach Kaiteriteri, dem heutigen Ziel. Es liegt an einer wunderschönen Bucht mit goldgelbem Sand und klarem Wasser. Hier wollen wir uns die nächsten Tage erholen.

14. März, 0km

Wir faulenzen den ganzen Tag, liegen am Strand und gehen baden. Nachmittags buchen wir eine Kajaktour in den Nationalpark für morgen. Abends dann eine Überraschung. Ich treffe eine Bekannte aus Rostock. Ich wusste zwar, dass sie auch in Neuseeland ist, aber ich hätte nie gedacht, dass wir uns begegnen würden. Sie sind gerade ziemlich abgebrannt, weil sie beim Rasen mit dem Auto erwischt worden sind. Deshalb zelten sie schwarz bei uns. Wir fahren mit ihnen noch nach Motueka in ein Café und quatschen bis tief in die Nacht.

15. März, 0km

Das Boot in den Nationalpark legt früh ab. Wir verabschieden uns von den beiden und dann geht es los. Schon die Fahrt mit der „Fähre“ ist ein Erlebnis. Eine goldgelbe Bucht nach der anderen bilden eine traumhafte Kulisse. Schließlich gehen auch wir von Bord. Unser Guide macht eine kleine Einführung. Dann dürfen wir endlich lospaddeln. Es macht riesigen Spaß. Das Wasser ist glasklar, Robben umkreisen uns. An einer einsamen Bucht machen wir eine Pause. Wir fühlen uns wie in einem Südseeparadies. Zum Abschluss der Fahrt wartet noch ein kleiner Imbiss mit Kaffee und Kuchen auf uns. Beeindruckend ist vor allem die Unkompliziertheit und Lockerheit der Menschen hier. Abends rufe ich noch bei Dennis und Justina in Nelson an, die uns zu sich nach Hause einladen.

16. März, 0km

Den ganzen Tag liegen wir am Strand oder klettern auf den Felsen umher. Dabei sehen wir sogar einen Pinguin.

17. März, 68km

Nach einigen Tagen Strandurlaub fahren wir heute zurück nach Nelson. Die Strecke kennen wir bereits, so fahren wir zügig durch. In Nelson fahren wir dann wie abgesprochen zu Dennis und Justina, die wir am Lake Hawea getroffen haben. Wir können bei ihnen schlafen. Dennis ist Engländer und in seiner Jugend auch mit dem Rad durch Neuseeland gefahren. Er ist auch ein Weinkenner und wir dürfen einen sehr guten Wein probieren, den es noch nicht zu kaufen gibt (er kennt die Winzerin privat). Wir unterhalten uns bis zum späten Abend angeregt mit den beiden.

bei Dennis und Justina
18. März, 76km

Wir verabschieden uns von den beiden und machen uns auf den Weg in Richtung Picton. Dabei müssen wir über den Whangamoa Saddle, wo vor einigen Tagen ein Erdrutsch war. So fahren wir erst an einem langen Stau und dann der Baustelle vorbei. Die ganze Strecke führt durch ein Gebiet mit intensiver Forstwirtschaft, überall sind die Hügel kahl. Nach dem Rai Saddle (auf der Abfahrt erreiche ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord: 71km/h) machen wir eine Pause in Rai Valley. Danach rollen wir gemütlich bis nach Havelock. Dort bleiben wir die Nacht. Leider trifft später noch ein Tross von vier Wohnmobilen gefüllt mit Bayern ein, die uns schon in Kaiteriteri durch ihr unmögliches Verhalten aufgefallen sind, denn sie nehmen den ganzen Zeltplatz lärmend in Beschlag.

19. März, 95km

Nachdem die Bayern morgens mit großem Gezeter aufgebrochen sind, fahren wir nach Picton. Dabei folgen wir dem Queen Charlotte Drive, einer wunderschönen Straße entland den Marlborough Sounds. Kurz vor Picton müssen ganz schön bergauf strampeln, werden aber oben mit einer schönen Aussicht auf die Sounds belohnt. Eine Fähre ist gerade zu sehen mit Kurs Wellington. In Picton machen wir eine kurze Pause vor der Weiterfahrt. Die Kilometer nach Blenheim fliegen nur so dahin. Die Landschaft ändert sich, wir sind plötzlich wieder von kahlen, trockenen Hügeln umgeben. In Blenheim holen wir uns ein Milchshake von KFC. Kurz darauf folgt ein längerer Anstieg, von oben ist die Nordinsel zu sehen. Kurz vor Seddon überqueren wir eine kuriose Brücke: einspurig und doppelstöckig, oben führt die Eisenbahnstrecke entlang. In Seddon kommen wir auf einem ziemlich verlassenen Zeltplatz an, er hat aber noch auf. Wir sind jedoch die einzigen in dieser Nacht hier.

20. März, 106km

Heute liegt der letzte „Fahrrad-Tag“ vor uns, wenn alles gut geht. Zu Beginn haben wir starken Gegenwind. Wir passieren den Lake Grassmere, einen See zur Salzgewinnung. In Ward machen wir eine Pause und versorgen uns mit dem Nötigsten, um notfalls wild zelten zu können, wenn der Wind nicht aufhört. Zum Glück tritt das Gegenteil ein: Kaum sind wir am Meer, haben wir Rückenwind. Die Straße folgt bis Kaikoura direkt der Küste und bietet herrliche Ausblicke. Unterwegs sehen wir viele Robben. Mit dem Rückenwind erreichen wir Kaikoura früher als gedacht und buchen noch am selben Abend eine Whale Watching Tour für den nächsten Tag.

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