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Christchurch - Danseys Pass
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26.11. - 28.11.04: Die Anreise, 51 km 3D-Ansicht
Morgens halb vier fahre ich zu Seb. Wir laden unsere Ortliebsäcke, in denen das Gepäck ist und die
Fahrradkartons in und auf das Auto und fahren nach Hamburg. Endlich geht es los. Ein kurzer Flug nach London,
dort haben wir fünf Stunden Aufenthalt, die sich ganz schön in die Länge ziehen. Dann endlich
steigen wir in die Air-New-Zealand-Maschine ein. Glücklicherweise sind die Sitzabstände
größer als bei den Koreanern (ich bin 1,95 m groß). Das Essen ist gut und zwischenzeitlich
bieten sich herrliche Ausblicke auf die Eisfelder Nordkanadas. Dann Los Angeles. Warten auf die
Sicherheitskontrollen inklusive Foto und Fingerabdrücke. Die haben doch Verfolgungswahn. Auf dem zweiten
Flug ist neben mir frei, ich gönne mir ein paar Gläser Wein und probier dann mal eine Schlaftablette.
Aufgeregt warte ich aufs einschlafen. Mmh! Plötzlich werde ich wach und wir sind fast da. Hat ja doch
geklappt. Das Umsteigen in Auckland klappt wie geahnt natürlich nicht, die 90 Minuten reichen nie aus. So
fliegen wir erst zwei Stunden später nach Christchurch - die Reise beginnt.
Wir richten uns im Meadow Park ein und radeln noch ins Zentrum. Es ist warm, die Sonne scheint. Von hier machen
wir eine Runde auf die Port Hills. Da wir keine Karte haben, fahren wir einfach los Richtung Gondola. Dort
führt ein Wanderpfad hoch, den wir erst Radeln, dann aber schieben müssen, da sehr steil! Oben bieten
sich herrliche Ausblicke auf Christchurch, die Alpen und Lyttelton. Vom Dyers Pass rasen wir zurück in die
Stadt. Abends stelle ich fest, dass ich eine Schraube meines Lowriders verloren hatte, die nicht genug
festgezogen war. So muss erstmal die Schraube der Aheadkralle herhalten.
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29.11.04 - Der erste Sturm, 44 km 3D-Ansicht
Das frühe Aufstehen fällt nicht schwer. Wir haben ein Shuttle gebucht Richtung Tarras hinter dem
Lindis Pass. Zunächst scheint noch die Sonne, aber plötzlich ziehen dunkle Wolken mit rasender
Geschwindigkeit von Süden auf. Erst kurz vor Tekapo sind wir höher als die Wolken. Im Hochland
scheint die Sonne, aber es weht ein starker Wind. Wir genießen zwar die Aussicht, ahnen aber, dass wir
Gegenwind nach Wanaka haben. In Tarras steigen wir aus und machen unsere Räder klar. Es sind zwar nur 30
km bis Wanaka, die werden aber zur Tortur. Der Wind wird zum Sturm und bläst uns ins Gesicht. Wir kriechen
die ungeschützte Straße entlang. Es ist kalt und es drohen dunkle Wolken, die jedoch vorbeiziehen.
Irgendwann sind wir da und fahren auf das Motorcamp in der Stadt. Wir genehmigen uns ein paar Speight´s
im Pub. Der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht nicht so doll aus. Starker Wind aus
Süden...
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30.11. - Über die Crown Range in den Sturm, 79 km 3D-Ansicht
Morgens schauen wir fragend aus dem Zelt und beobachten die Fahnen, leichter Wind in unsere Richtung. Also
nichts wie los! Wir fahren Richtung Cadrona, es ist kaum Verkehr und es gibt herrliche Ausblicke, auch auf
einen "BH-Zaun". Nach dem alten Hotel in Cadrona, mit alten Autos davor, geht es steiler bergauf, es wird
karger. Die letzten Kilometer kämpfen wir noch Untrainierte uns auf den Pass, es gibt einige sehr steile
Stellen. Oben haben wir zwar schöne Aussichten, aber ein starker, kühler Wind weht. Gut eingepackt
inkl. Kaputze rasen wir die Abfahrt runter, nur unterbrochen durch Fotostops. In Arrowtown essen wir ein Eis,
hier ist es richtig sommerlich. Kaum haben wir den geschützten Ort verlassen - Gegenwind! Erneut kriechen
wir die Straße lang bis Queenstown. Die Laune sinkt. In Queenstown zelten wir auf dem Creekside
Motorpark, sehr gute Ausstattung!
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1.12. - Ben Lomond, 0 km
Ursprünglich wollten wir heute in den Skippers Canyon fahren, aber nach den beiden letzten harten Tagen
haben wir keine Lust auf radeln. Der Wind hat etwas nachgelassen und die Sonne scheint. Wir wandern also auf
den Ben Lomond, den über 1700m hohen Hausberg. Immer wieder gibt es herrliche Ausblicke vom gut zu
gehenden Pfad, besonders als wir den Sattel erreichen und sich die Alpenhauptkette mit Mt. Aspiring vor uns
auftut. Noch weitere 300 Höhenmeter, etwas steiler, und wir sind auf dem Gipfel. Wahnsinn, 360°
Panorama bei blauem Himmel. The Remarkables, Lake Wakatipu, Coronet Peak, Southern Alps - alles ist vor uns
ausgebreitet. Nach dem Abstieg noch ein Bier und wir fallen ins Zelt. Der Wetterbericht hat wieder Stürme
aus Süden und Regen angekündigt, die Mavora Lakes-Piste wird ausfallen müssen, ebenso die Nevis
Road, denn in den Höhenlagen wird Schnee erwartet.
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2.12. - Durch die Schluchten, 119 km 3D-Ansicht
Nachdem morgendlichen Regen klart es glücklicherweise auf. Es weht weiterhin ein starker Südwind.
Im Süden sind zudem sehr dunkle Wolken, also radeln wir Richtung Cromwell. Durch die Kawarau Gorge rasen
wir vor dem Wind mit 40km/h, endlich. Leider sind hier etliche Trucks unterwegs. Schnell sind wir in Cromwell
und essen ein Eis. Ich besorge mir noch eine Ersatzschraube für meinen Lowrider und dann fahren wir weiter
durch die Schlucht des Clutha Rivers. Erneut fliegen wir mit Rückenwind entlang dem Lake Dunstan nach
Clyde. Radeln in die andere Richtung wäre nicht möglich gewesen. In Clyde entscheiden wir, nicht nach
Alexandra sondern direkt nach Omakau weiter zu fahren. Ab hier werden die Straßen einsam. Es geht durch
ein weites Tal, nur ganz wenige Farmen sind zu sehen. Das letzte Stück nehmen wir den Rail Trail, das
spart einen Anstieg. Omakau ist der größte Ort hier und doch nur ein Dorf. Wir sind die einzigen auf
dem Zeltplatz, der auf der Domain liegt. Bezahlt wird in eine Honesty Box. Wir gönnen uns eine Cabin
($12), da es immer noch sehr windig ist. Der Pub hier ist richtig urig, hier sind nur einheimische Farmer. Wenn
das mit dem Bier so weiter geht, werd ich noch Alkoholiker.
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3.12. - Der Central Otago Rail Trail, 61 km 3D-Ansicht
Am Wetter hat sich nicht viel verändert, es ist windig und bewölkt. Wir fahren weiter auf dem Rail
Trail, der uns langsam bergauf Richtung Poolburn Gorge führt. Eine schöne Strecke durch zwei Tunnel
und eine Brücke bringt uns ins Ida Valley. Dies ist noch verlassener und einsamer, einige Farmen und sonst
nichts außer Ruhe. Der Rail Trail führt teilweise kilometerlang geradeaus mitten hindurch. Nur ein
paar Weidegatter sorgen für Abwechslung. In Oturehua machen wir eine längere Pause. Das Dairy hier ist
gleichzeitig eine Art Museum. Wie gesagt, wenn ich nicht wüsste, dass es 2004 ist, in dieser Gegend steht
die Zeit. Über einen kleinen Hügel führt der Trail dann in die Maniototo Plains. Dort verlassen
wir ihn und fahren noch einige Kilometer auf Nebenstraßen nach Naseby. Hier sind wir wieder die einzigen
Zelter. Und wie soll es anders sein, wir landen wieder im Pub.
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4.12. - Über den Danseys Pass, 52 km 3D-Ansicht
Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir Richtung Danseys Pass. Ohne Verkehr und ohne Wind ist es endlich mal
entspanntes Radeln. Hinter Kyeburn Diggings geht es dann bergauf. Der Höhenunterschied beträgt von
hier jedoch nur noch 300m auf 10km, so dass es gut fahrbar ist. Der Schotter ist ebenfalls nicht zu tief.
Sorgen machen mir eher die mittlerweile sehr tiefhängenden Wolken, die über den Pass uns
entgegenziehen. Oben angekommen können wir diese fast anfassen, aber es bleibt trocken. Wir ziehen uns
trockene Sachen an und packen uns dick ein, denn es ist inzwischen saukalt. Und die Abfahrt wird zum frostigen
Erlebnis. Ständig müssen wir anhalten und die Hände wärmen, gefühlte 0°C.
Schließlich ziehen wir uns Socken über die Hände, denn Handschuhe haben wir nicht mit. Es
sollte eigentlich Sommer sein. Wir treiben noch eine Rinderherde vor uns her, zum Glück ohne Bullen. Es
folgen noch zwei Anstiege, bis wir entdlich zum Zeltplatz herunterrollen. Hierbei muss Seb im Schotter jedoch
eine Notbremsung machen und verdreht sich beim Absteigen das Knie. Auf dem Zeltplatz warten heiße Duschen
auf uns. Außer uns ist hier kaum jemand, die Saison gehe erst zu Weihnachten los, sagte der Besitzer.
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