|
|
Christchurch - St Arnaud
|
12.12. - Christchurch #2
Das gleiche Spiel wie gestern. Stadt. Starbucks. Barbecue. Danach packt Seb seine Sachen zusammen, er fliegt
morgen. Ich habe mich entschieden, doch an die Westküste zu fahren und einen Shuttle gebucht, denn auf den
sehr steilen Porters Pass habe ich keine Lust, schon gar nicht im Regen.
|
13.12. - Über den Arthurs Pass in die Sonne, 58 km 3D-Ansicht
Nach dem Abschied von Seb fahre ich in die Stadt, wo das Shuttle wartet. Bei der Auffahrt zum Porters Pass
kommen wir durch die Wolken, oben scheint die Sonne. Aber es ist mörderisch stürmisch, an radeln
wäre nicht zu denken. Der Busfahrer rast wie üblich, dass einem fast schlecht wird. In Arthurs Pass
machen wir Pause, es ist saukalt. Kurz nach Mittag komme ich in Greymouth an. Hier ist super Wetter (und das an
der Westküste!). Und kein Wind.? Also fahre ich kurzerhand doch noch mit dem Rad bis Punakaiki, denn so
was muss man nutzen. Es folgt ein traumhafter Tag auf dieser super Küstenstrecke mit vielen Fotostops. In
Punakaiki besichtige ich erneut die Pancake-Rocks, leider ist Ebbe, so dass die Blowholes nicht blasen. Ich
erkunde die Punakaiki Cavern, eine Höhle im Karst und wandere ein Stück auf dem Track entlang des
Flusses durch dichten Urwald. So stelle ich mir Urlaub vor. Abends treffe ich auf dem Zeltplatz ein
deutsch-holländisches Paar mit Rädern. Sie fahren Richtung Süden.
|  |
 |
|
|
|
|
|
14.12. - Sunny West Coast, 60 km 3D-Ansicht
Erneut Super Wetter (ist hier verkehrte Welt?). Heute ist Entspannungstag. Es geht durch dichten Wald immer
von Bucht zu Bucht, traumhafte Ausblicke, kein Verkehr. Nur vor Charleston muss ich klettern. Dafür habe
ich mir dort ein Eis und einen heißen Schokomuffin verdient. Ab hier ist die Strecke weniger schön
und ich erreiche bald Westport. Der Zeltplatz ist etwas sumpfig. Ich gehe etwas bummeln, schaue mir ein
Schüler-Cricket-Match an und schreibe ein paar Karten.
|
|
|
|
|
|
15.12. - Buller Gorge, schräge Dairies, Goldgräber und Erdbeben, 105 km 3D-Ansicht
Es ist mal wieder bewölkt. Ich breche auf in die Buller Gorge und es weht mir auch kräftig
entgegen. Das kann ja was werden. Zum Glück lässt der Wind im Inneren der Schlucht nach, so dass die
gute Laune wiederkehrt. Vorbei an den Engstellen wie Hawk´s Crag geht es immer leicht bergauf. In
Inangahua mache ich eine längere Pause. Der Store hier ist ziemlich runtergewirtschaftet mit ekligen
Toiletten. Und überall Verbotsschilder wie: Rad anstellen verboten etc. Abgeschiedenheit macht halt
sonderbar. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen, es wird immer besser. In Lyell besuche ich die Reste des
alten Friedhofs aus der Goldgräberzeit, ein paar Kilometer weiter haben Erdbeben Narben in den Wald
gerissen. Schließlich erreiche ich Murchison und stelle mein Zelt im Kiwi-Park (o.s.ä.) auf, der
liegt näher zu den Läden. Außerdem habe ich keine so guten Erinnerungen an den großen
Platz außerhalb von Murchison, er wirkte vor zwei Jahren ziemlich heruntergekommen. Ich kaufe mir viel
Eis, andere Radler treffe ich immer noch nicht.
|
|
|
|
|
|
16.12. - Mal wieder Regen, 0 km
Schon in der Nacht werde ich vom Regen wach. Dieser war vorhergesagt und sollte gegen Mittag aufhören.
Ich will nach St Arnaud, so warte ich und beobachte die übrigen Gäste beim abfahren.
Schließlich bin ich allein. Und es regnet weiter in Strömen. Ich schaue mir langweilige Serien im TV
an, lese etwas und höre Musik. Es regnet bis weit in den Nachmittag, so dass ich nicht mehr losfahre und
eine weitere Nacht bleibe. Radler sind nicht in sicht.
|
17.12. - Regen, Schauer, Regen, 65 km 3D-Ansicht
Immer noch Schauer. Aber ich will aus diesem langweiligen Kaff weg. In einer Regenpause packe ich zusammen
und es geht los. Es weht leichter Wind. Immer wieder kommen kleine Schauer herunter, aber ich bin voll
angezogen. Kurz vor Kawatiri Junction wird es richtig dunkel, ich trete ordentlich in die Pedale und erreiche
kurz vor dem großen Guss den dortigen Unterstand. Hier kann man sich über ein gescheitertes
Eisenbahnprojekt informieren. Ich treffe einen Deutschen, der per Anhalter unterwegs ist und auf einen Lift
hofft. Es dauert über eine halbe Stunde, bis der Regen nachlässt. Da mir kalt wird, verabschiede ich
mich und fahre Richtung St Arnaud. Ab jetzt ist es richtig einsam. Zunächst geht es durch ein enges Tal.
Kurzzeitig kommt die Sonne raus, es entwickelt sich zu einem lustigen "Jacke-auf-und-Jacke-zu-Spiel". Das Tal weitet
sich und es folgt eine endlose Gerade, merklich bergauf. Das geht an die Substanz. Irgendwann kommt wieder eine
Kurve und ich nähere mich dem Ziel. Und natürlich erwischt mich ein kräftiger Schauer, ich komme
pudelnass im Backpacker an. Eigentlich wollte ich zelten, aber die schöne Wiese ist mittlerweile ein
Sumpf. Also muss ich ins "wohlriechende" Dorm. Überall trocknen Sachen, aber es ist gemütlich mit
einem schönen Kaminzimmer. Ich treffe Tom, einen Engländer, der von der Nordinsel nach Christchurch
radelt. Wir gehen abends in die Lodge und trinken ein paar Bier. Er lebt seit einigen Jahren in Napier und will zu Weihnachten einen Freund besuchen.
|  |
|
 |
18.12. - Regen, Regenwald und Rainbow Road, 0 km
Es regnet immer noch. Tom entscheidet sich trotzdem zufahren, er will über den Lewis Pass. Die Rainbow
Road hat er abgeschrieben, schade eigentlich, ich wäre gern mit ihm gefahren. Ich will sie aber unbedingt
fahren und laut DOC soll morgen die Sonne scheinen. Am Nachmittag reißt es etwas auf und man sieht
frischen Schnee bis tief ins Tal hinunter. Ich mache dann noch eine Wanderung auf dem Loop Track am See. Der
Weg führt durch ein Renaturierungsgebiet, hier werden eingeführte Kleinräuber gejagt, um der
einheimischen Tierwelt einschließlich Kiwi und Kaka eine Chance zu geben. Alle paar Meter stehen Fallen
mitten im dichten Feuchtwald. Zurück im Backpacker treffen zwei holländische Radler ein, sie kommen
heute aus Blenheim. Yvonne und Edwin wollten eigentlich auch die Rainbow Road fahren, haben nun aber etwas
Angst wegen der Straßenqualität. Ich kann sie schließlich doch begeistern und wir wollen es
morgen zusammen angehen. Beide sind schon viel durch die Welt gereist, so dass es ein langer Abend wird.
|
 |
|