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St Arnaud - Christchurch
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19.12. - Die Rainbow Road #1, 67 km 3D-Ansicht
Heute soll also eines meiner Hauptvorhaben auf dieser Tour starten: Die Rainbow Road nach Hanmer Springs.
130 km Schotter, bis auf über 1300 m hoch, einsames Farmland und viele Bachdurchquerungen. Diese werden
aufgrund des vielen Regens entscheidend sein. Zunächst geht es auf einer schmalen Asphaltstraße
entlang des Wairau Rivers. Ständiger Begleiter sind zwei Hochspannungsleitungen, der einzige Grund, warum
diese Piste existiert. Der Wind bläst uns kräftig ins Gesicht, es ist frisch und stark bewölkt.
Nach der Abzweigung zum Rainbow Skifield beginnt der Schotter und bald kommt auch die erste Furt. Alles geht
gut, ich kann sogar durchradeln. Schließlich hört der Wald auf, das Tal wird enger. Aus dem Nichts
taucht das Häuschen des Wardens auf, der für drei Monate, wenn die Straße offen ist, hier lebt
und uns je zwei Dollar abnimmt. Er gibt uns den Tipp, eventuell bei schlechtem Wetter in der Island Hut zu
übernachten. Diese liege etwas versteckt. Bei besser werdendem Wetter radeln wir weiter. Es geht immer
leicht bergauf. Die Straße ist recht gut zu fahren. An den Furten halten wir immer erst und müssen
entscheiden, ob man fahren oder schieben soll. Oft liegen große Steine drin, so dass zweites nötig
ist. Dann heißt es Schuhe wechseln und durch das eiskalte Wasser waten und wieder Schuhe wechseln. Das
wiederholt sich mehrfach. Nach einer engen Schlucht machen wir am Coldwater Creek eine Mittagspause. Immer
höher geht es dann, mittlerweile oberhalb der Baumgrenze. Kahle Berge und mittendrin plötzlich die
Grenze zur Molesworth Station. Bis auf einige Endurofahrer und 4WD ist niemand außer uns hier. Einige
Kilometer vor dem Pass ziehen dunkle Wolken auf und es beginnt zu schneien. So schaffen wir es doch nicht
über den Pass zum Lake Tenyson. Zum Glück wissen wir von der Hütte, man sieht sie von der
Straße aus nicht. Hier gibt es einen Ofen, Feuerholz und vier Schlafplätze. Sogar ein Plumpsklo
etwas außerhalb mit vielen kleinen Plagegeistern. Wir heizen ordentlich ein während draußen
mittlerweile ein kleiner Schneesturm wütet.
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20.12. - Die Rainbow Road #2, 60 km 3D-Ansicht
Morgens empfängt uns ein stahlblauer Himmel und Berge mit frischem Schnee. Ein Traum. Nach einem
ordentlichen Frühstück nehmen wir den letzen Anstieg zum Island Saddle in Angriff. Dieser zieht sich,
ist aber nicht extrem steil. Oben tauen die letzen Schneefetzen. Wir machen das obligatorische Foto. Dann
stelle ich fest, dass ich mein Handtuch am Bach bei der Hütte hab liegengelassen. Auch wenn es nur
fünf Kilometer sind, die fahre ich nicht zurück! Die Abfahrt ist deutlich steiler und der Schotter
tief. Es wird ein ganz schöner Tanz am steilen Abgrund. Hier kann man kaum hochradeln, eher schieben. Wir
erreichen ein weiteres karges Hochtal, jetzt am Clarence River. Wir biegen zum Lake Tenyson ab, eine Rast ist
angesagt. Wir treffen ein älteres Paar mit Wohnmobil, ab hier bis Hanmer ist die Strecke besser und alle
Bäche haben Brücken. Die beiden laden uns zu einem Kaffee ein. Nach einer Weile müssen wir
weiter. Wir haben sogar leichten Rückenwind. Auf dieser Seite der Berge ist es nicht so rau, die Piste
gut. Während der Mittagspause kommt uns ein normales Auto entgegen, einige Aussies darin wollen über
den Pass. Wir empfehlen ihnen, das zu lassen, da man dort Allrad braucht und sie mit ihrem Wagen auch nicht
durch die Bäche kommen. Sie wollen es trotzdem wagen… Weiter geht es, die Berge fallen zurück,
längst ist es nicht mehr so spektakulär. Lange Geraden über Schwemmebenen. Und irgendwann muss
sich einer meiner Sandalen, die ich für Bachdurchquerungen auf die Taschen geklemmt hatte, gelöst
haben. Jedenfalls ist er weg. Sch… Kurz nach St James Homestead biegen wir auf die Jacks Pass Road ab.
Nach Molesworth geradeaus ist die Strecke noch gesperrt. Es geht kurz bergauf, dann sehen wir weit unten die
Ebene von Hanmer. Über 500 Höhenmeter bremsen wir uns auf steiler Strecke runter, das hatte ich nicht
erwartet. Unten wartet eine Dusche, eine Kneipe mit warmen Essen und wir testen alle Sorten von Macs Beer. Nach
den staubigen Tagen genau das richtige. Gut angeheitert finden wir noch unsere Zelte. Morgen stehen die
Hotpools an.
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21.12. - Hot Pools und sonst nichts, 0 km
Am Morgen stelle ich fest, dass sich meine Ritzel gelockert haben. Aber dass stört mich jetzt nicht,
denn heute wollen wir die Hot Pools testen. Nach einer speziell dekorierten heißen Schokolade setzen wir
uns in diese. Welch eine Wohltat für unsere Beine. Der leichte Schwefelgeruch stört nicht weiter. Es
ist zum Glück reichlich Platz in den unterschiedlich temperierten Becken vorhanden, denn die Pools sind
gut besucht. Nachmittags kaufen wir für ein Barbecue ein, dann bringe ich beim örtlichen
Mountainbikeverleih meine Ritzel in Ordnung. Wäsche wird auch noch gewaschen. Und meiner Isomatte hat die
Hitze des Tages nicht gut getan, an einem Ende ist sie jetzt ein Ball. Wenn was schief geht, dann alles. Dann
brutzeln wir unsere Steaks, Fisch, Kumara u.s.w., dazu mal wieder ein Speight´s. Ich überlege mir
meine weitere Route. Ich plane, morgen nach Amberley Beach und am Tag darauf nach Christchurch zu fahren.
Vielleicht auch schon morgen dorthin, der Gedanke gefällt mir immer besser. Ed und Yvonne wollen Richtung
Kaikoura.
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22.12. - Endlich wieder Regen, 145 km 3D-Ansicht
Ich stehe früh auf, denn der Gedanke, heute eventuell doch bis Christchurch zu fahren, hat sich
festgesetzt. Nach einem ordentlichen Frühstück verabschiede ich mich von Yvonne und Ed. Er fällt
mir etwas schwer, denn es war sehr schön mit ihnen. Aber wir wollen in Kontakt bleiben. Ich rolle
über die Hanmer Plains in das Tal des Waiau River. Guter Rückenwind lässt mich bis Culverden
dahinfliegen. Hier mache ich eine Pause und schaue mir die neuen Tafeln des "Alpine-Pacific-Triangle" an. Ein
Touristengebiet zwischen Hanmer, Waipara und Kaikoura. Von dem Kuchen wollen halt alle etwas ab haben. Es folgt
eine endlose Gerade durch eine Baumplantage, möglich gemacht durch eine ausgeklügelte künstliche
Bewässerung. Bei Hurunui dann plötzlich starker Gegenwind und zunehmend dunkle Wolken, die meine
Pläne zerstören könnten. In Weka Pass gibt es sogar eine alte Eisenbahnstrecke zu sehen. Der
"Pass" ist zum Glück nur ein kleiner Hügel, dann rollt es runter in die Canterbury Plains. Der Wind
hat etwas gedreht und nachgelassen. In Waipara, mitten in einer aufstrebenden Weingegend, mache ich eine
längere Mittagspause. Die Hälfte ist geschafft. Ab jetzt wartet die stark befahrene Monotonie des
Highway 1 auf mich. Es gibt zum Glück einen breiten Randstreifen. Allerdings werden die Wolken dunkler, es
fängt auch an zu nieseln, und ich ziehe meine Regensachen über. Zu sehen gibt es nicht viel und so
fahre ich in ziemlicher Windstille zügig und lasse den Urlaub, dessen Ende nah ist, in Gedanken
vorbeiziehen. Irgendwann verlasse ich dann in Kaiapoi den Highway, der ab hier für Fahrräder gesperrt
ist. Durch endlose Vororte versuche ich den Weg zum Meadow Park zu finden. Aber ich verpasse ihn und lande im
Zentrum. So muss ich bei mittlerweile strömendem Regen wieder ein Stück nach Norden fahren und erreiche
den Zeltplatz völlig durchnässt. Der halbe Platz ist ein See, denn hier hatte es morgens gehagelt und
es lag eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht. Ich finde noch eine halbwegs trockene Stelle. Dann endlos
duschen und in die Mall zum Futtern. Abends läuft Terminator 3 auf dem Zeltplatzkino, da muss man
wenigstens nicht nachdenken.
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23.12. - Mal wieder Christchurch, 0 km
Das übliche Ritual in der Stadt. Starbucks, Zeitung lesen. Dann erkundige ich mich bei der
Fluggesellschaft nach den Rückflügen. Alles ist ok. Ich bummele durch die Outdoorläden auf der
Suche nach neuen Sandalen, denn meine Schuhe haben mittlerweile eine starke Note angenommen. Ich hole mir
einfache Flip-Flops. Und den MacPac-Rucksack, den ich schon vor zwei Wochen gesehen hatte sowie Shorts.
McDonalds bekommt auch noch ein paar Dollars.
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24.12. - Merry Christmas, oder was?, 0 km
Nach Weihnachten ist mir gar nicht. Eigentlich wollte ich mal an den Strand, aber das Wetter bleibt
bescheiden. Ich hole meinen Radkarton ab, zum Glück heute schon, denn sie hätten ihn fast
weggeschmissen, da kein Name drauf stand. Dann ab in die Stadt, ich hole mir ein paar T-Shirts und bummele im
Nieselregen durch den Botanischen Garten. Abends beginne ich zu packen.
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25.12. - Abflug, Ende einer etwas anders verlaufenen Reise, 0 km
Der letzte Tag ist angebrochen. Ich verpacke mein Fahrrad, dann verschwinden alle Taschen nach und nach im
großen Ortliebsack. Nachmittags holt mich ein Taxi ab und bringt mich zum Flughafen. Dort genieße
ich die Sonne auf dem Aussichtsdeck bis abends mein Flieger geht. Er ist nur halb voll, es ist ja
schließlich Weihnachten. In Auckland gehe ich zu Fuß zum International Terminal, um noch einmal
frische Luft zu haben. Dann muss ich beim Sicherheitscheck mein gesamtes Handgepäck durchsuchen lassen. Im
Flugzeug nach L.A. ist neben mir ein Platz frei, so dass ich nach einem Gespräch mit einem jungen
Auckländer daneben gut schlafen kann, Tavor® sein Dank. In L.A. wieder dieselbe Sicherheitsprozedur.
Der zweite Flugteil verläuft ebenfalls gut, wieder ist ein Platz frei. In London sind es dann fünf
Stunden, die ich auf einer langen Bank abseits vor mich hin döse du Musik höre. Nach Hamburg ist der
Flieger fast leer. Dort wartet Seb auf mich. Sein Knie ist immer noch schmerzhaft. Alles Gepäck ist heil
angekommen und wir fahren zurück nach Rostock.
Irgendwie war es doch wieder zu kurz.
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